„Top Ten ist definitiv realistisch beim MXoN 2017“

„Top Ten ist definitiv realistisch beim MXoN 2017“

• Max Nagl bezeichnet Top-Starts von sich und Dennis Ullrich als Joker beim MXoN 
• Henry Jacobi sieht bei sich selbst große Entwicklungsschritte in diesem Jahr 
• Dennis Ullrich fährt 2017 Saison seines Lebens und ist perfekt vorbereitet 

München. Max Nagl, Henry Jacobi und Dennis Ullrich – so heißen die drei Top-Stars, die Deutschland als Team Germany am 30. September und 1. Oktober im englischen Winchester beim Motocross der Nationen repräsentieren werden. Das Trio ist bereits eine eingespielte Mannschaft, treten sie 2017 bereits zum vierten Mal in Folge gemeinsam beim MXoN an. Und ihre Ergebnisse können sich, bis auf den verletzungsbedingten Ausfall in 2016, durchaus sehen lassen. 2015 erreichten sie zusammen im lettischen Kegums den fünften Platz, ein Jahr später wurden sie im französischen Ernée Neunter. In dieser Saison rollen die Drei nun auf der 1.640 Meter langen Hartboden-Strecke „Matterley Basin“ in der Nähe von Southampton an den Start, ein Rang in den Top Ten ist dabei ihr Minimum.  

Max, Du bist 2017 abermals Mannschaftskapitän. Was müsst Ihr Deiner Meinung nach in England besser machen als letztes Jahr in Maggiora, um vorne mitmischen zu können und inwiefern ist es Deine Rolle als Mannschaftskapitän, das Team vor dem Event noch mal zu motivieren?  

Max Nagl: Wir müssen dieses Mal am Samstag bei der Auslosung der Startplätze Glück haben. Das kann große Auswirkungen auf unsere Platzierung beim MXoN haben. Und natürlich sehe ich es dann auch als meine Aufgabe an, die Jungs zu motivieren. Vor allem unser Nachwuchs-Pilot Henry ist sehr offen für aufbauende Kommentare, da er von uns dreien auch die kürzeste Nations-Erfahrung hat.  

Henry, Du bist das jüngste Mitglied im Team, wie sehr setzt Dich das unter Druck?  

Henry Jacobi: Der Druck ist eigentlich nicht größer als in den Jahren zuvor. Ich werde auf jeden Fall versuchen, in keine brenzlige Situation zu geraten und mich im Ernstfall lieber zurückzunehmen, statt unüberlegt am Gashahn zu drehen.  

Dennis, Du hast in den letzten fünf Jahren beim MXoN konstant gut abgeliefert. Wie bereitest Du Dich mental auf dieses Event vor, damit das auch in dieser Saison klappt?  

Dennis Ullrich: Richtig vorbereiten kann ich mich auf das Event eigentlich nicht, aber gerade die Tatsache, dass ich mich beim MXoN die letzten fünf Jahre gut geschlagen habe und es auch in dieser Saison so gut wie noch nie für mich läuft, stimmen mich sehr positiv für das Nationencross in England. Daher ist die fehlende WM-Erfahrung in 2017 eigentlich kein Thema.  

Max, welche Stärken hast Du für „Matterley Basin“ und wo siehst Du die Stärken bei Deinen beiden Teamkollegen?  

Nagl: Dennis ist von uns beiden definitiv der bessere Starter und wenn er beim Nations genauso schnell loskommt wie sonst und auch ich mich beim Start behaupten kann, dann haben wir schon mal zwei gute Ergebnisse. Denn wenn wir erstmal vorne sind, dann bleiben wir es in der Regel auch. Diese Stärke haben wir beide und das sehe ich als ganz großen Joker. Henry hat im Vergleich zu Dennis wiederum den Vorteil, dass er die ganze Saison konstant in der WM gestartet ist und die ganze Konkurrenz kennt. Das könnte ihm zugutekommen.  

Henry, in dieser Saison hast Du richtig aufgedreht, hast sowohl in der WM als guter Mittelfeld-Fahrer als auch beim ADAC MX Masters mit einem tollen dritten Platz in der Meisterschaft von Dir reden gemacht. Wie ist die steile Leistungskurve nach oben zu erklären?  

Jacobi: Ich denke, das hat mit dreierlei Faktoren zu tun. Zum einen habe ich meine fahrerische Leistung durch das Training letzten Winter enorm verbessert, dann profitiere ich auch von einer gesteigerten Fitness und zu guter Letzt fühle ich mich auf dem Husqvarna-Motorrad deutlich sicherer. Dadurch habe ich mich enorm weiterentwickelt.  

Dennis, Du hast parallel zu Deiner Motocross-Karriere eine bis dato ziemlich erfolgreiche Laufbahn als Mountainbiker eingeschlagen. Wirst Du dem Motocross-Sport etwa abtrünnig?  

Ullrich: Auf die Frage gibt es im Moment noch keine richtige Antwort. Bislang ist das Mountainbiken mehr oder weniger noch ein Hobby, das ich als guten Ausgleich zum Motocross-Sport sehe. Ich bin jetzt seit 20 Jahren als Crosser unterwegs, da tut ein bisschen Abwechslung ganz gut. Aber jetzt komplett die Sportart zu wechseln, kommt derzeit auch aufgrund meiner Sponsorenverträge noch nicht infrage.  

Henry, Du hast Dich in der MX2-WM dieses Jahr gut positioniert, bist abermals als einer der besten Fahrer Deutschlands für das Nationenteam nominiert worden, welche nächsten Karriereschritte sind von Dir jetzt zu erwarten?  

Jacobi: Ich will nächstes Jahr die gesamte MX2-Saison inklusive der Übersee-Rennen fahren und auch wieder versuchen, es beim ADAC MX Masters aufs Podest zu schaffen. Der Tagessieg bei der 100. Masters-Veranstaltung in Tensfeld dieses Jahr war schon etwas sehr Besonderes und zählt für mich zu meinen bisherigen Highlights in meiner MX-Karriere.  

Wie realistisch seht ihr alle Drei eine Platzierung in den Top Ten?  

Nagl: Das Nations ist immer eine Glückssache und viele Teams starten in diesem Jahr ein wenig geschwächt, da einige leistungsstarke Piloten verletzungsbedingt ausgefallen sind. Sollte von uns jetzt keiner mehr kurzfristig noch vor dem MXoN krank werden, haben wir eine sehr gute Chance auf eine Top Ten-Platzierung, da wir mit drei guten Fahrern dort antreten.  

Jacobi: Das sehe ich als ein sehr realistisches Ziel und ist auf alle Fälle machbar, wenn man die gute Leistung von uns dreien zusammenzählt.  

Ullrich: 2017 ist da meiner Meinung nach einiges drin. Wir sind alle gut drauf und die Strecke kommt uns entgegen, daher ist das nicht abwegig. Zumal wir beispielsweise auch schon 2014 in Kegums mit einer Top Five-Platzierung bewiesen haben, dass wir ein gutes Trio sind.