Rückblick: 2013

Titelverteidigung leider missglückt – Belgien holt WM-Titel im „Talkessel“ – Team Germany belegt Platz 7

Der Teutschenthaler „Talkessel“ war am 29. September 2013 Schauplatz für die 67. Auflage des Motocross der Nationen. Das deutsche Team ging als Titelverteidiger mit den Startnummern 1, 2 und 3 auf die Strecke. Max Nagl startete in der MX1 und Ken Roczen in der MX2. Dennis Ullrich übernahm vom 2012er Team-Weltmeister Marcus Schiffer, der wegen einer Verletzung lange pausieren musste, den Platz in der MXopen. Teamchef war erneut Hubert Nagl. Trotz der beeindruckenden Kulisse von 85.000 Besuchern über das Wochenende und einer riesigen Fan-Gemeinde gelang dem deutschen Team die Titelverteidigung nicht. Stattdessen triumphierte Belgien vor den USA und Italien. Der Sieg von Roczen in seiner Klasse und die sehr guten Platzierungen von Nagl konnten die beiden unglücklichen Ausfälle von Ullrich, der mit einem sechsten Platz in der Qualifizierung am Tag zuvor durchaus sein Können unter Beweis gestellt hatte, nicht kompensieren. Deutschland beendete den Nationencup auf Rang sieben.

Team 2013 RS Foto Marian Groß

Max Nagl: „Im ersten Lauf hab ich am Gatter zu früh gezuckt, das war mein Fehler. Danach hatte ich mit Jake Nicholls (GB) Feindkontakt. Aber ab da an war es ein super Rennen für mich. Ich konnte wirklich gute Linien fahren und hab ein paar schnelle Jungs hinter mir gelassen. Mein zweiter Start war super, und als ich dann merkte, dass Cairoli nicht richtig aufschließen kann, hat mich das umso mehr motiviert. Die Fans waren einfach super! In der vorletzten Runde erwischte mich eine Windböe und ich konnte einen Crash gerade noch so vermeiden. Trotzdem hat mich der Ausritt richtig Zeit gekostet und am Ende hatte ich einfach dicke Arme, um die letzten Angriffe abzuwehren. Alles in allem war es aber ein super Rennen für mich, erst recht nach dem ganzen Verletzungspech im Vorfeld. Okay, dass Dennis zweimal gecrasht ist, das war ärgerlich, aber so etwas kann beim MXoN eben passieren und dann entscheidend sein. Ich habe im Vorfeld immer gesagt, dass das Nations eine Glücksache ist, und von dem her hatten wir heute trotz der Topleistung von Kenny eben auch ein wenig Pech.“

Portät Max Nagl

Ken Roczen: „Im ersten Lauf hatte ich Armpump und ich habe mich das ganze Wochenende nicht richtig wohl auf dem Bike gefühlt. Das Wochenende hat aber dennoch super Spaß gemacht. Mein persönliches Ziel habe ich mehr als übertroffen, ich bin einfach nur überwältigt, den zweiten Lauf gewonnen zu haben. Es war großartig und stressig zu gleich für mich, weil jede Menge Fans mich sehen wollten. Aber ich glaube, das ist mir immer noch lieber, als wenn sich gar niemand für mich interessieren würde. Nicht nur die deutschen Fans waren Spitze. Aus der ganzen Welt haben mich die Leute hier angefeuert. Ich kann mich nicht über meine Leistung beschweren, denke ich.“

Porträt Ken Roczen

Dennis Ullrich: „Ich bin super happy, dass ich überhaupt für das Team nominiert wurde. Zwar war ich etwas aufgeregt, konnte aber am Samstag zeigen, dass ich mit den guten Fahrern mithalten kann. Der erste Lauf hat schon am Start schlecht angefangen, denn ich bin in der ersten Kurve mit ein paar Jungs zusammengekracht und musste erst mal wieder von ganz hinten nach vorne fahren. Nach einigen Runden musste ich dann einem gestürzten Fahrer ausweichen, kam dabei quer, bin auf den Kopf und die Brust gefallen und habe dann rund 30 Sekunden keine Luft mehr bekommen. Ich denke, dass ich mir zwei oder drei Rippen gebrochen habe. Im zweiten Lauf versuchte ich es dennoch und in der Einführungsrunde war es noch einigermaßen auszuhalten. Doch schon kurz nach dem Start musste ich raus fahren, die Schmerzen waren zu groß. Alles in allem war das MXoN aber ein geiles Gefühl. Allein die Stimmung am Samstag war der Hammer. Ich wäre gern zu Ende gefahren und es tut mir unheimlich leid für Max und Ken, die einfach grandios gefahren sind.“

Porträt Dennis Ullrich

MXoN 2013 Teamvorstellung Pressezelt Foto Sickert

Teamchef Hubert Nagl: „Am Ende hat uns einfach das Glück gefehlt. Dennis ist im ersten Lauf ins Gatter gefahren und hatte dann einen bösen Abflug, bei dem er sich eine schmerzhafte Rippenverletzung zugezogen hat. Bei ihm waren das heute die Nerven. Aber auch die Belgier hatten heute ein dickes Streichergebnis, wir hatten eben unglücklicherweise zwei davon. Aber das ist das MXoN, davor ist keine Mannschaft gefeit. Die Leistungen von Ken sprechen für sich, es fehlen einem jetzt noch die Worte, Wahnsinn. Max hat ebenfalls eine Topleistung gezeigt. Wie der im zweiten Lauf da aus dem Gatter ist und dann einfach weg fährt, war einfach super.“

 

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