Die Strecke in Matterley Basin

Am 30. September und 1. Oktober ist es soweit: An diesem Wochenende wird das 40.000 Einwohner-Städtchen Winchester im Süden Englands zum Schauplatz für Tausende von Motocross-Fans. Denn dann trifft sich die internationale Motocross-Elite auf der 1.640 Meter langen Hartboden-Strecke „Matterley Basin“, um dort zum Saisonfinale um die begehrte Chamberlain Trophy zu kämpfen.

Eine Aufgabe, die auf der Strecke mitten im South Downs Nationalpark zu einer echten Herausforderung werden kann. Der Track besticht durch seine sehr langen, hohen und vielen Sprünge und ist nichts für schwache Nerven. Insbesondere technische Fahrer werden es in England schwer haben, denn solche Passagen gibt es in „Matterley Basin“ kaum. Team Germany-Mannschaftskapitän Max Nagl rollte schon sieben Mal dort ans Startgatter und weiß um die Tücken des englischen Rundkurses: „Es macht richtig viel Spaß, in „Matterley Basin“ zu fahren, allerdings ist die Strecke durch seine vielen langen Abschnitte sehr schnell, was einem auch zum Verhängnis werden könnte“, erklärte der MXoN-Mannschaftsweltmeister von 2012, fügt jedoch direkt hinzu: „Wir sind mit einem guten Team aufgestellt, ich bin hinsichtlich des MXoN sehr guter Dinge. Die gute Beschaffenheit des Untergrunds ist für uns von Vorteil. Auf diesem Wiesenboden gibt es viele Spuren und somit auch mehrere Überholmöglichkeiten.“

Ähnlich sieht es auch Kadermitglied Dennis Ullrich, der als Hartboden-Spezialist gilt und auf Strecken wie der in England zur Hochform aufläuft. „Ich bin auf Hartboden nicht nur großgeworden, sondern habe auf diesem Boden meine bis dato drei größten Karriere-Highlights, nämlich die drei Masters-Titel, erlebt. Wenn ich mich wohlfühle, kann ich am besten Gas geben und genau das wird in England der Fall sein“, prognostizierte „Ulle“.

„Matterley Basin“ war zuletzt 2006 Austragungsort des Motocross der Nationen, als sich das Team USA um James Stewart, Ryan Villopoto und Ivan Tedesco zum Sieger der sogenannten Motocross-Olympiade küren ließ. Seither fanden in der Grafschaft Hampshire noch einige weitere WM-Läufe statt, der letzte in 2016. „Wie ich gehört habe, wird die Strecke speziell fürs Nations 2017 noch einmal komplett umgebaut und das fällt sicherlich ziemlich extrem aus. Die Engländer mögen diese heftigen Sprünge, weil sie es vor allem für die Zuschauer besonders spektakulär gestalten wollen“, ergänzt Team Germany-Mannschaftskapitän Nagl.

Tatsächlich ist die Strecke in Südengland für die Besucher ein echtes Highlight, ist der Track von jeder Perspektive zu 95 Prozent einsehbar. Der Grund: „Matterley Basin“ liegt in einem Tal, die Zuschauerränge befinden sich größtenteils am Hang. Somit lässt sich das Racing optimal und beinahe komplett vom Start bis zum Ziel verfolgen. Der Rundkurs ist rund 21 Kilometer nördlich von der nächst größeren Stadt Southampton und 97 Kilometer südlich von der englischen Hauptstadt London entfernt, sodass deutsche Fans problemlos mit dem Flugzeug anreisen können. Von den Flughäfen aus gibt es dann Fernbusse bis nach Winchester, wo sie wiederum der Bus mit der Nummer 64 in Richtung „No Mans Land, Intech“ in die Nähe der Strecke bringt. Der Veranstalter warnt allerdings davor, von der Endstation des 64-Busses zu Fuß zum Event zu laufen, da die Straßen dort über keine Bürgersteige verfügen und diese verkehrstechnisch stark frequentiert sind. Stattdessen wird empfohlen, sich ein Taxi bis zum „Gate K“ zu nehmen. Für alle Fans, die mit dem Auto oder mit dem Wohnmobil nach England kommen, gibt es Presse-Information ausreichend Parkplätze. Campingmöglichkeiten sind ebenfalls umfassend vorhanden und können online (http://www.mxon17.com/) direkt gebucht werden.